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Bill of Rights
this Story is dedicated to Sacco and Vanzetti and Michael Moore

Sie sitzt an ihrem Schreibtisch auf der Dachterrasse ihres Eigenheims, eine kleine Villa irgendwo in der Wüste von Nevada.
Die weiße Bluse leicht geöffnet, damit der Südwind ihr ein wenig Erfrischung schenken kann, denn es ist ein sehr heißer Tag, der ihr das Nachdenken schwer macht.
Die Akten stapeln sich auf dem Tisch und lassen somit einen kleinen Wall gegen die Sonne entstehen. Ihr kurzes blondes Haar weht leicht im Wind, den Blick richtet Hilary in die Ferne, sie welkt in irgendwelchen Gedanken über Politik und Weltschmerz. Nach einigen Sekunden des Nachdenkens öffnet sie ihre Lippen und formt leise Worte die sie vor sich hinflüstert.

Jack sieht ihr zu und fängt an zu grinsen, er kennt sie nur zu gut, und jetzt wo sie ihn nicht sehen kann, weil er im Haus aus dem Fenster schaut, das seitlich von ihr gelegen liegt, nutzt er die Gelegenheit, seine Chefin genaustens zu mustern. Ein Gedanke kommt ihm auf: „Anmutig, ja das ist sie immer schon gewesen und in ihrem jetzigem Alter bekommt sie immer mehr Ausstrahlung..“, dachte Jack während er sie langsam musterte. Hilary ist die Art von Power-Frau die determiniert sich dem Leben der Politik gewidmet hat. Sie ist seit 22 Jahren mit der Politik verheiratet und noch immer voller Tatendrang die Welt zu verbessern.

Jack macht sich durch leises Räuspern bemerkbar und Hilary dreht sogleich ihren Kopf in seine Richtung. Ein riesen großes Lächeln macht sich auf ihrem Gesicht breit: „Jack, was für eine Überraschung!“ ruft sie aufgeregt, „ setzt dich zu mir...“ mit der linken Hand räumt sie den zweiten Stuhl neben sich frei, indem sie Papiere und politische Zeitungen beiseite räumt. Jack gibt ihr einen Kuss auf die Stirn und setzt sich freudig auf den Stuhl. Er fragt aufgeregt: „Hilary, was machst du hier draussen in der Wüste von Nirgendwo?“ Sie fängt bei der Bemerkung sofort an zu lachen und sagt erheitert ernst: „ Hey Jack, du weist was ich mache, ich schreibe an meinem Buch. Hast du meinen letzten Brief nicht erhalten?“

Jack fährt sich durch das Haar, was er ungewöhnlicherweise immer tut wenn er Hilary trifft, -warum mache ich das? Fragt er sich selber in Gedanken. Er kann sich diese Regung nicht erklären-, sie bewirkt halt diese Haltung bei ihm. Jetzt jedoch ist es ihm bewusst geworden und ein wenig peinlich berührt fängt er an zu grinsen, da Hilary ihn kleinlichst mustert.
Nur eines ist Jack sehr wohl bekannt, mit dieser Bewegung versucht der Mann in ihm sich natürlich attraktiv zu machen. Und da Jack Psychologie als Nebenfach an der Universität belegt hatte, kennt er sich bei Verhaltensweisen von Menschen bestens aus. So nun auch über seine Verhaltensmuster. Nun ertappt er sich dabei, wie er männlich wirken möchte, wenn Hilary ihm begegnet. Er weiß nun das sie es ahnt, das er sich für sie…oh well, wie auch immer, offenherzig ist es so, sagen seine Gedanken zu ihm. Aber warum sollte er sich etwas vor machen? Natürlich mag er Hilary innerlich sehr sehr gern, oder sagen wir so, er liebt ihre unnatürliche Weiblichkeit und Individualität. Ja das klingt gut, das klingt harmlos, mit diesen Gedanken kann Jack sich also beruhigen, alles und nichts zugleich gesagt zu haben.

Jack zögert, bei all den Gedanken denen er eben nachgegangen war, ist ihm keine Antwort auf ihre Frage eingefallen, und Hilary hat inzwischen ihr überlegenes Lächeln aufgesetzt. Ihre Rückhand weiblich anmutend unter das Kinn geschoben lächelt diese schöne Frau nun wieder dieses herrliche Lächeln, welches ihn ganz einhüllt. Sie genießt ihre ganz individuelle Schäkerei nach dem Motto: „Ich mache dich also noch immer nervös Kleiner, nicht wahr?“

„Hilary, ..äh..es war ein schöner Brief, ja danke, toll zu hören das du nun für den Vorsitz kandidierst. Ich wünsche dir natürlich viel…“Sie unterbricht ihn indem sie mit der Hand abwinkt und noch mehr zu grinsen anfängt:“Oh come on – Jack, du weist das ich kaum Chancen habe gegen die Mächtigen im Staat anzutreten, die alle Patrioten dieses Landes hinter sich vereinigt. Und gerade jetzt wo Amerika bedroht ist von Aussen. Wer wird in Krisensituationen wohl eher gewählt werden?“
Jack zuckt mit den Schultern, zieht dabei eine Schnute und sagt:“ Du natürlich, wer sonst? Hey wer in Amerika ist schon so unklug und richtet die Welt in ein Chaos, durch ein Cowboy Kabinett? Nein Hilary, unser Volk ist vorsichtiger geworden und längst nicht mehr so dumm wie einst.!“
Sichtlich erleichtert über Jacks Worte, lehnt sich Hilary auf ihrem Polsterstuhl zurück und verschließt dabei die Arme. Beide schweigen sich an. Jack denkt urplötzlich darüber nach, ob er ihr wohl ein wenig zu viel Butter auf das Brot geschmiert hat.
Hilary indessen sieht geistesabwesend in die Ferne, in die gleiche Richtung, wo heute morgen die Sonne fest am Himmel stand, sieht sie jetzt den roten Himmel der die Abendsonne ankündigt.

Es scheint ein Rätsel zu sein, der Ort an den sie sich versetzt wenn sie so geistesabwesend schaut, ist der innerste Ort ihres Daseins, und genau dort wünscht Jack sich hin. Genau in diesen Seelenbereich, wo Hilary ihre Kraft herschöpft um gerechte Politik zu machen:

Sozialversicherung für alle!

Schreit es aus dem Ort. Was für weitere Ideen dort wohl geboren werden? Jack zupft an seiner Jeansjacke und setzt sich cool seine Sonnenbrille auf. Nach kurzem zögern fängt er an leise zu reden: “Hilary, sag mir bitte an was du denkst?“
Für einen Moment wirkt es so als wenn sie ihn nicht gehört hätte, dann schwenkt sie langsam den Kopf zur Seite und schaut Jack tief in die Augen. Es wird ihm etwas seltsam zu mute, den der Ernst ihres Blickes macht ihm Angst. Endlich spricht sie: „ Jack, ich sehe Gefahren auf dem Weg der Politik, viele werden versuchen mir etwas anzuhängen, nur damit ich auf dem Weg in das Weiße Haus scheitere. Hast du eine Ahnung was ich für heftige Debatten durchzustehen habe?“

Sorgevoll schaut sie ihn an. Er schweigt. Geduldig wartet Hilary seine Antwort ab.
Er überlegt einige Sekunden dann plötzlich umgreift Jack die Hände von Hilary. Teilt ihr sofort mit das er vollstes Verständnis für ihre Sorgen habe: “Hilary, das glaube ich dir, es wird ein Kampf werden. Aber siehst du nicht wie wichtig du bist für das Amt.. hey, du bist so wichtig wie die Stromversorgung für ganz Amerika!
Du sagst das jeder Amerikaner, ob vermögend oder arm, das Anrecht auf Sozialversorgung haben sollte. Dadurch bist du für viele Amerikaner die Hoffnung . Sie können endlich jede Arztkosten bezahlen und wahrscheinlich rettest du auch noch jemandem das Leben, weil dein Grundsatz jedem Bürger Medikamente und Krankenhausaufenthalte auf Staatskosten gewährt. Das ist einfach nur richtig, daher zweifle nicht Hilary?“

Hilary seufzt tief auf und ein strahlen huscht über ihr Gesicht: „ Danke Jack, danke für deine Worte. Darum will ich Politik machen, ja genau darum will ich dieses utopische Gesetz in Amerika einführen.“
Jack drückt zustimmend ihre Hände, die er ganz automatisch in die seinen genommen hat. „Es wird sich lohnen, es lohnt sich immer für andere etwas zu tun, was sie selber nicht ausführen können. Schau meinen Job an, als Sozialarbeiter in Harlem ist es nicht immer leicht. Die Brothers wissen manchmal noch nicht mal das es überhaupt Rechte gibt, die Ihnen unser Staat zusichert. Sie wissen nicht wie sie Gelder überhaupt beantragen können. Eher sitzen diese Leute mit Schulden in ihrem Unglück und fangen an zu trinken oder Crack zu rauchen. Ich sage dir, diesen Menschen wird durch dein Gesetz geholfen und etliche werden vor dem Drogenuntergang bewahrt werden. Ich sage es dir, bei der „Bill of Rights „- das wird der gerechteste Gesetzentwurf seit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika werden.

Hilary staunt über diesen lautstarken Monolog, sie kennt Jack schon über 4 Jahre, weiß wie er denkt, was er sich für Amerika wünscht, aber das er sie mit dieser Rede in ihrem Herzen berühren konnte war ihr neu. Es machte Mut, ihn zu hören, seine Worte waren so überzeugend und klar. Sie musste es wagen, das war ihr klar, für alle unter dem Himmel.

Die Sonne neigt sich gen Abend, das rot schimmert über dem Horizont. Leichte Winde wehen um die Terrasse. Hilary ist innerlich zufrieden, es war ein wunderbarer Abend, diese Stunden haben ihre Zukunft verändert. Gedanken sprechen in ihr: „Werden eines Tages alle Amerikaner so einen Abend genießen können? Werden sie mit ihren Kindern und Enkelkindern gemeinsam freudig in den Himmel schauen können und zu ihnen sagen: „das war ein guter Tag ohne finanzielle Nöte…..?“
Hilary dankte Jack indem sie ihn beim Abschied dankerfüllt auf die Stirn küsste.
Für Beide war das ein besonders liebreizender Moment…


ENDE



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