Philosophie und Politik
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Zur Gewaltlosigkeit und den Ideen Mahatma Gandhis Bitte informiert euch unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mahatma_Gandhi  Ich hasse Privilegien und Monopole. Alles, was nicht mit den Massen des Volkes geteilt werden kann, lehne ich ab.
[Mahatma Gandhi] Gandhis Wirken in Indien
Indien vor dem 15. August 1947
Einige statistische Zahlen Britisch-Indiens vor dem 15. August 1947 beleuchten schlagartig die Situation, in die sich Gandhi nach seiner Rückkehr gestellt sah: 410 Millionen Einwohner, davon 281 Millionen Hindus, 115 Millionen Moslems, 7 Millionen Christen und 6 Millionen Sikhs standen 150.000 Engländern gegenüber. Die Hindus waren in 3.000 Kasten und Unterkasten aufgeteilt, davon ungefähr 70 Millionen Unberührbare und Nachkommen der Ureinwohner. Unter britischer Verwaltung standen 310 Millionen Einwohner und bewohnten etwa zwei Drittel des Territoriums. Ein Drittel des Landes mit ca. 100 Millionen Einwohnern waren in 565 Fürstenstaaten aufgeteilt; es gab 15 Sprachen und 845 Dialekte. 85% Analphabeten und eine unbeschreibliche Armut (...) standen der Unabhängigkeit im Wege.
[Weitere Informationen zur Geschichte Indiens finden Sie auf der Seite Indien.]
Gandhi gewann nach und nach einen starken Rückhalt im indischen Volk
Als Gandhi nach Indien zurückkehrte, begann er seine Gedanken in der Öffentlichkeit vorzutragen. Den zivilen Widerstand gegen die uneingeschränkte Macht Englands bewies der Salzmarsch im Jahre 1930, durch den das staatliche Salzmonopol gebrochen und den Indern eine wirtschaftliche Erleichterung verschafft wurde. Wesentlich war Gandhi jedoch, dass seine Landsleute lernten, die militärische Vorherrschaft der Briten durch eine stärkere moralische Macht zu bezwingen. Während anfänglich immer wieder gewaltlose Machtproben an der Zuchtlosigkeit der Massen scheiterten, gewann Gandhi nach und nach einen starken Rückhalt im indischen Volk und stärkte dessen nationales Selbstbewusstsein.
Er pries das einfache Leben und erhob das Spinnrad zum Zeichen dieser Lebensform
Gandhis Weg führte ihn zurück zu den Kraftquellen der Religion. Er kämpfte erbittert gegen die Industrialisierung an und versuchte, sich selbst und seine Landsleute gegen westliche Gedanken und Lebensformen abzuschirmen. Er pries das einfache Leben, das er durch vegetarische Lebensweise, durch Naturheilkunde und Hygiene prägte. Er erhob das Spinnrad zum Zeichen dieser Lebensform und beschwor die Inder, durch selbstgesponnene und gewebte Stoffe die Dorfindustrie einzuführen und den Kampf gegen die englische Textilindustrie aufzunehmen. Zeitweilig setzte er sich zu Beginn öffentlicher Vorträge vor seiner Zuhörerschaft an das Spinnrad, um so für seine Idee zu werben.
Die Aussöhnung der Kastenhindus mit den "Unberührbaren" war Gandhi ein offensichtliches Anliegen, das er jedoch nicht verwirklichen konnte. Vielleicht lag dies daran, dass er die Unberührbaren beschwor, ein Ja zu ihrem Leben in der Verachtung und Unsicherheit zu finden. Während er durch ein "Fasten zum Tode", mit dem er seine Forderungen eindrücklich und zwingend zu machen verstand, die Hindus und Parias einander immer näher brachte, gelang ihm dies zwischen Hindus und Moslems nicht. Die Angehörigen seiner eigenen Religionsgemeinschaft verweigerten ihm ihre Treue, so dass die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den streitenden Gruppen zunahmen. Als endlich die Unabhängigkeit Indiens ausgerufen und am 15. August 1947 Wirklichkeit wurde, erfolgte zugleich die Teilung zwischen Indien und Pakistan.
Mit großer Sorge sah er, wie sich die einzelnen Gruppen zerstritten
Gandhis Einstellung zur Gewaltlosigkeit bleibt ein Vermächtnis. Dabei darf nicht übersehen werden, dass er durch seine einseitige Lebensweise und den "Rückzug zum einfachen Leben" an den Erfordernissen der Zeit vorüberging und damit zugleich politischen Entscheidungen eines zeitgerechten Staatswesens im Wege stand.
Dramatisch bleibt das Ende Gandhis. Am 30. Januar 1948 wurde er, dem der indische Dichter Tagore den Titel Mahatma (Große Seele) gegeben hatte, durch Pistolenschüsse getötet. Er hatte sein Leben lang für eine gewaltlose Politik gekämpft. Mit großer Sorge sah er, wie sich vor und nach der Unabhängigkeitserklärung die einzelnen Gruppen zerstritten und sich gegenseitig Machtkämpfe lieferten. Er versuchte zu vermitteln und rief zur Verbrüderung der Religionen auf. Bereits zehn Tage vor seinem Tod war auf einem Grundstück eine Bombe explodiert, als Gandhi eine Gebetsversammlung abhielt. Wie in einer Todesahnung hatte Gandhi wenige Tage vor dem Attentat gesagt: "Wenn ich durch die Kugel eines Verrückten sterben sollte, so muss ich es lächelnd tun. Es darf kein Zorn in mir sein. Gott muss in meinem Herzen und auf meinen Lippen sein, und ihr müsst mir eins versprechen: Wenn so etwas passieren sollte, dürft ihr keine Träne vergießen. Ich habe meinen Dienst an der Menschheit nicht auf Bitten irgendeines Menschen hin unternommen, ich kann ihn auch nicht auf irgend jemandes Bitten hin aufgeben. Ich bin so, wie Gott mich wollte, und ich handle, wie er mich anweist. Lasst ihn tun, was er von mir will. Wenn er will, so kann er mich töten. Ich glaube, dass ich so handle, wie er mir befiehlt."
Die Nachricht von seinem Tode löste in der ganzen Welt Trauer aus. Die Vereinten Nationen setzten ihre Flaggen auf Halbmast. Vom Vatikan bis zum Kreml wurde Anteilnahme zum Ausdruck gebracht. Gandhi bleibt ein großes Vorbild in der Welt.
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